Cassini sagt Aufwiedersehen
20. Januar 2017

In dieser Woche horchen zwei riesige Radioantennen auf gegenüberliegenden Seiten der Erde (in Australien und Südamerika) in Richtung Saturn.

Jede dieser Antennen hat die Größe eines großen Hauses, wodurch sie wie sehr empfindliche Augen wirken, die schwache Radiosignale auffangen. Sie werden eingesetzt, um die letzten Nachrichten der Raumsonde Cassini zu empfangen.

Cassini hat seine bahnbrechende Reise zum Saturn 1997 angetreten. Seitdem hat die Sonde hart daran gearbeitet, eine der erfolgreichsten Weltraummissionen überhaupt zu werden.

Cassini entdeckte mehrere neue Monde des Saturns, bestimmte das Alter der wunderschönen Ringe dieses Planeten, ließ eine Sonde auf seinen rätselhaftesten Mond Titan herab, und Vieles mehr.

Nach fast 20 Jahren befindet sich Cassini nun am Ende seiner Saturnreise, bevor der Sonde der Treibstoff ausgeht. Wenn das geschieht (im September 2017), wird sie auf den Planeten zusteuern, wo sie wie eine Sternschnuppe verglühen wird.

Bis dahin reisen die Nachrichten von Cassini 1600 Millionen Kilometer weit durch das All, um die Erde zu errreichen, wobei sie die Bahnen von Jupiter und Mars passieren.

Die ersten Signale, die Cassini am Anfang dieses Jahres schickt, werden die eisigen Ringe des Saturn durchdringen, bevor sie die Erde erreichen. Auf ihrem Weg werden sie Informationen über die Beschaffenheit und Form der Ringe sammeln. Später in diesem Jahr werden die Signale auf die Oberfläche des Saturn treffen und von dort wie ein Echo zurückgeworfen werden.

Diese Signale werden Daten über Saturns Atmosphäre und Ringe beinhalten, was uns hilft, die Vergangenheit des Saturns zu verstehen.

Tolle Fakten

Lange Zeit wussten wir nicht, ob sich die Ringe des Saturns während der Entstehung des Sonnensystems bildeten oder während des Zeitalters der Dinosaurier, als ein Eismond durch die Anziehungskraft des Planeten zerrissen wurde. Cassini konnte bestätigen, dass die Ringe sehr, sehr alt sind. Sie bildeten sich vor 4,5 Milliarden Jahren, zusammen mit der Sonne und den Planeten.

This Space Scoop is based on a Press Release from ESA.
ESA

Markus Nielbock / Haus der Astronomie

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